{"id":32,"date":"2017-11-15T19:42:03","date_gmt":"2017-11-15T19:42:03","guid":{"rendered":"http:\/\/previewhabitare-1288.de\/?page_id=32"},"modified":"2017-12-05T20:24:52","modified_gmt":"2017-12-05T20:24:52","slug":"die-schlacht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/habitare-1288.de\/?page_id=32","title":{"rendered":"Die Schlacht"},"content":{"rendered":"<div class=\"n module-type-header diyfeLiveArea \">\n<h1><span class=\"diyfeDecoration\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-67 size-full\" src=\"http:\/\/habitare-1288.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SchlachtbeiWorringen5Juni128800081.jpg\" alt=\"\" width=\"822\" height=\"193\" srcset=\"https:\/\/habitare-1288.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SchlachtbeiWorringen5Juni128800081.jpg 822w, https:\/\/habitare-1288.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SchlachtbeiWorringen5Juni128800081-300x70.jpg 300w, https:\/\/habitare-1288.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SchlachtbeiWorringen5Juni128800081-768x180.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 822px) 85vw, 822px\" \/><\/span><\/h1>\n<h1><span class=\"diyfeDecoration\">Die Schlacht von Worringen 1288<\/span><\/h1>\n<\/div>\n<div class=\"n module-type-text diyfeLiveArea \">\n<p><strong>Der historische Rahmen<\/strong><\/p>\n<p>Die Schlacht von Worringen stellt nicht nur das kriegerische Finale eines sechs Jahre schwelenden Konflikts zwischen Siegfried von Westerburg, dem Erzbischof von K\u00f6ln und Johann I von Brabant dar. Sie ist auch eine Z\u00e4sur f\u00fcr das Machtgef\u00fcge im gesamten Nordwesten Mitteleuropas. Dar\u00fcber hinaus ist Sie ein milit\u00e4rhistorischer Einschnitt in der Schlachtf\u00fchrung und l\u00e4utet am Wendepunkt zum 14. Jahrhundert den noch rund zweihundert Jahre dauernden Niedergang des Rittertums ein.<\/p>\n<p>Die zweite H\u00e4lfte des 13. Jahrhunderts war gepr\u00e4gt durch den Niedergang der Staufer und dem damit verbunden Interregnum von 1250 bis 1273. Nach der Wahl\u00a0 Rudolf I von Habsburg zum R\u00f6misch-Deutschen K\u00f6nig erholte sich das deutsche Reich nur sehr langsam von den Wirren und Kriegen der vorherigen Dekaden. Das Machtvakuum, das die Absetzung und der Tod Friedrichs II hinterlassen hatte, verf\u00fchrte den Adel dazu, seinen Machteinfluss zu vergr\u00f6\u00dfern, sodass infolge auch von der rechtlosen Zeit die Rede war. In dieser Zeit erstarkte aber nicht nur der Einfluss des hohen Adels. Vor allem die St\u00e4dte erlangten ein neues Selbstbewusstsein.<\/p>\n<p>Diese Umw\u00e4lzungen sollten nun dazu f\u00fchren, dass die Schlacht von Worringen nicht nur zum Finale einer Fehde zwischen zwei der einflussreichsten Adelsparteien dieser Region wurde, sondern die Basis f\u00fcr ein neues b\u00fcrgerliches Bewusstsein bildete, das in den folgenden Jahrhunderten immer h\u00e4ufiger seinen Platz in der politischen Willensbildung des deutschen Reichs einforderte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Limburger Erbfolgestreit<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Tod des letzten limburgischen Herzogs Walram V erlosch die m\u00e4nnliche Erblinie seines Hauses. Die Tochter Walrams war mit Rainald van Geldern verheiratet, der nun das Erbe antrat und mit der Neubelehnung durch Rudolf I als rechtm\u00e4\u00dfiger Herzog von Limburg 1282 best\u00e4tigt wurde.<\/p>\n<p>Als Irmgard bereits im folgenden Jahr starb, war die Ehe kinderlos geblieben. Da es nach geltendem Lehnsrecht strittig war, ob im Falle des Ausbleibens m\u00e4nnlicher Nachkommen die Erbfolge durch die weibliche Linie fortgesetzt werden k\u00f6nne oder das Erbe dem n\u00e4chsten m\u00e4nnlichen Verwandten zu fiel, machte Graf Adolf VIII von Berg, der Neffe Walrams V seinen Anspruch auf das Erbe geltend.<\/p>\n<p>\u00dcber ihre Abstammung von Herzog Heinrich dem Alten von Limburg (\u2020 1221) hielten sich zudem auch Heinrich von Luxemburg, sein Bruder Walram von Ligny, deren Vetter Walram von Valkenburg, Walram von J\u00fclich (Propst des Aachener Marienstifts), dessen Br\u00fcder Otto von Heimbach und Gerhard von Kaster, au\u00dferdem dessen Vetter Walram von J\u00fclich-Bergheim sowie Dietrich von Heinsberg und sein Bruder Johann von Heinsberg-L\u00f6wenberg als erbberechtigt.<\/p>\n<p>Da alle diese Bewerber \u00fcbereingekommen waren am zweiten Februar 1284 eine Entscheidung herbeizuf\u00fchren, wer mit der Zustimmung der anderen die Erbnachfolge antreten sollte, war zu diesem Zeitpunkt eine friedliche L\u00f6sung durchaus noch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser der nun folgenden kriegerischen Eskalation war der Umstand, dass ein v\u00f6llig Unbeteiligter auf den Plan trat. Herzog Johann I von Brabant konnte keinerlei Erbanspr\u00fcche geltend machen, hatte aber machpolitische und wirtschaftliche Interessen an Limburg. Mit der recht k\u00fchnen Konstruktion eines Erbanspruchs Brabants \u00fcber die Herzogw\u00fcrde von Niederlothringen auf die Barbant und Limburg gleicherma\u00dfen zur\u00fcckgingen, versuchte Johann seine Interessen voran zu treiben.<\/p>\n<p>Den Durchbruch f\u00fcr sein Ziel lieferte jedoch der Umstand, dass Adolf von Berg sich eingestehen musste, nicht \u00fcber ausreichende Mittel zu verf\u00fcgen, seinen Anspruch auf das Herzogtum Limburg durchzusetzen. Infolge verkaufte Adolf diesen am 13. September 1283 an Johann von Brabant. Jedoch verweigerten die limburgischen Vasallen Adolfs ihrem neuen Herrn, Johann von Brabant, den Huldigungseid, worauf dieser mit seinen Truppen in das Herzogtum Limburg einfiel. Infolge des Brabanter Machtzuwachses am Niederrhein f\u00fchlte sich wiederrum Siegfried von Westerburg, Erzbischof von K\u00f6ln und Landesherr des Kurf\u00fcrstentums K\u00f6ln bedroht. Westerburg schloss daraufhin ein gegen Brabant und Berg gerichtetes Milit\u00e4rb\u00fcndnis mit dem Pr\u00e4tendenten Rainald von Geldern, der seinerseits erkannte, dass auch er allein nicht in der Lage war, sich gegen Brabant durchzusetzen. Von Rainald zu seinem Vertreter in Limburg bestimmt, geh\u00f6rte diesem B\u00fcndnis auch Walram von Valkenburg an. Ein komplexes Vertragssystem, das im Zusammenhang der Belehnung Gelderns mit Wassenberg durch den Erzbischof stand, verb\u00fcndete Geldern und Valkenberg nicht nur mit Westerburg sondern auch miteinander.<\/p>\n<p>Brabant und Berg stellte sich nun Graf Eberhard von der Mark zur Seite, der mit dieser Parteinahme, dem Versuch der Emanzipation von der Gewalt Westerburgs, der auch Herzog von Westfalen war, eine neue Basis gab.<\/p>\n<p>Wie zu erwarten, war die limburgische Ritterschaft gespalten. Die Gefolgsleute um den Drost von Limburg standen auf der Seite Gelderns, w\u00e4hrend Heinrich von Mulrepas der von Reinald von Geldern vormals aus dem Amt des Drosten entlassen worden war mit seinen Verwandten sich der Brabanter Seite zuwandte.<\/p>\n<p>Ebenfalls auf der Seite Westerburgs und Gelderns standen die Luxemburger, die sich jedoch vorerst zur\u00fcckhielten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das milit\u00e4rische Vorspiel<\/strong><\/p>\n<p>Die Jahre von 1283 \u2013 1288 waren von zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen gekennzeichnet. Besonders wurde dabei das Herzogtum Limburg in Mitleidenschaft gezogen. Immer wieder schwelten die Konflikte auf, in deren Folge es wiederholt zu Frontwechseln einzelner beteiligter Parteien kam.<\/p>\n<p>Im Mai 1288 zog der Verb\u00fcndete Gelderns Heinrich von Luxemburg mit seinem Heer in Richtung K\u00f6ln, das durch den Anschluss zahlreicher Vasallen enorm anwuchs. Als im Zuge einer Lagebesprechung in Valkenburg, Rainald seine Anspr\u00fcche auf die Grafschaft Geldern an Heinrich und Walram von Luxemburg f\u00fcr 40.000 Mark brabantischer Denare verkaufte, machte sich Johann von Brabant ebenfalls auf den Weg nach K\u00f6ln. In Br\u00fchl fanden nun am 25. oder 26. Mai des Jahres 1288 Verhandlungen zwischen Brabant, Berg, von der Mark und Walram von J\u00fclich statt. An dieser Verhandlung nahmen nun auch Vertreter der Stadt K\u00f6ln teil, die ihrerseits an einer Beschr\u00e4nkung der erzbisch\u00f6flichen Gewalt gro\u00dfes Interesse hatte. Infolge wurde ein Landfriedensbund ausgehandelt, der um den 28. Mai 1288 in K\u00f6ln vertraglich abgesichert wurde. Ziel des Bundes war die Beschr\u00e4nkung der erzbisch\u00f6flichen Macht, was mit der Schleifung der Burg Worringen erreicht werden sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Am Vorabend der Schlacht<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Unterst\u00fctzung durch ein gro\u00dfes Truppenkontingent der K\u00f6lner B\u00fcrgerschaft wurde Worringen vom 29. Mai bis 5. Juni 1288 durch das brabantische Heer belagert. Zur gleichen Zeit sammelten sich der Graf von Luxemburg, Siegfried von Westerburg und deren Verb\u00fcndete bei Neuss. In der Nacht zum 5 Juni lagerten die Truppenverb\u00e4nde Gelderns, Westerburgs und Luxemburgs bei Brauweiler.<\/p>\n<p>Die Entscheidungsschlacht war nun nicht mehr zu verhindern. Vor allem der Landfriedenbund Brabants mit der B\u00fcrgerschaft von K\u00f6ln zwang Westerburg die nun folgende Schlacht auf, wollte er seinen Suprematsanspruch verteidigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Aufmarsch<\/strong><\/p>\n<p>Es versprach ein hei\u00dfer Tag zu werden, als am Morgen des 5. Juni die Sp\u00e4her des Herzogs von Brabant das Herannahen der Truppenkontingente Westerburgs meldeten. Der Erzbischof war unmittelbar nach Morgenmesse und Beichte mit seinem Heer von Brauweiler aus aufgebrochen und traf nun auf den Tross Johanns, der von Worringen aus Stellung auf einer Anh\u00f6he s\u00fcdostw\u00e4rts des Worringer Bruchs bezogen hatte. Gegen 11:00 Uhr standen sich nun zwei gewaltige Armeen gegen\u00fcber.\u00a0 Auf der\u00a0 brabantischen Seite standen ca. 2.300 Panzerreiter. Allein der Anteil der K\u00f6lner Patrizier betrug 60 Panzerreiter. Daneben bot Johann ein gewaltiges Fu\u00dfvolk auf, das auf 2.500 Mann gesch\u00e4tzt wird (davon 500 bergische Bauern und 1.500 K\u00f6lner Miliz), Der Erzbischof ritt mit 2.800 Panzerreitern und 1400 Fu\u00dfsoldaten ins Feld. So war mit rund 10.000 K\u00e4mpfern die B\u00fchne f\u00fcr eine der blutigsten Schlachten des Hochmittelalters bereitet.<\/p>\n<p>Westerburg formierte sich westlich des heutigen F\u00fchlingen mit seinen k\u00f6lnischen Truppen zum rechten Fl\u00fcgel gegen\u00fcber den Truppen der Grafen Adolf von Berg und Eberhard von der Mark, denen sich ganz au\u00dfen das Fu\u00dfvolk der Stadt K\u00f6ln und der m\u00e4rkischen und bergischen Bauern anschloss. Die mit Westerburg verb\u00fcndeten Luxemburger bezogen die mittlere Position direkt gegen\u00fcber den Brabantern. Auf dem linken Fl\u00fcgel stand der Graf von Geldern den Reitern der J\u00fclicher und des Grafen von Looz gegen\u00fcber, die ihrerseits vom brabantischen Fu\u00dfvolk flankiert wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Initiative Westerburgs<\/strong><\/p>\n<p>Westerburg, der schnell eine Entscheidung herbeif\u00fchren wollte, \u00fcberrannte gleich zu Beginn der Schlacht die bergischen und k\u00f6lnischen Fu\u00dftruppen am linken Fl\u00fcgel Brabants. Dies f\u00fchrte jedoch beinahe zur v\u00f6lligen Aufl\u00f6sung seiner eigenen Formation. Westerburgs Initiative sollte den Verlauf der Schlacht nachhaltig beeinflussen, denn nur mit sehr gro\u00dfer M\u00fche konnte er die Ordnung in den eigenen Reihen jetzt noch halten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Untergang des Hauses Luxemburg<\/strong><\/p>\n<p>In der Mitte des Schlachtfelds tobte derweil ein erbitterter Kampf zwischen Brabantern und Luxemburgern. Die Verluste waren auf beiden Seiten enorm. Im Verlauf der Kampfhandlung wurde schlie\u00dflich mit Walram von Luxemburg-Ligny, Heinrich von Luxemburg, Heinrich von Houffalize, Bastardbruder Heinrichs und dessen j\u00fcngerer Bruder Balduin eine ganze Generation des Hauses Luxemburg ausgel\u00f6scht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Entscheidung<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem die Grafen von Berg und von der Mark ihre zuvor von Westerburg aufgeriebenen Fu\u00dftruppen neu formiert hatten, griffen sie gegen 15:00 Uhr den Erzbischof auf seiner rechten Flanke an. Die Bauern und Milizen waren durch den Verlauf der Schlacht am Vormittag noch v\u00f6llig demoralisiert gewesen, nun rafften sie sich, angespornt durch die flammende Rede des Geistlichen Walter Dodde auf und st\u00fcrzten mit aller Gewalt in das Kampfgeschehen. Es wird berichtet, dass sie dabei auf jeden einschlugen, der ihnen unter die Waffen kam, da sie die Wappen ihrer Verb\u00fcndeten nicht kannten. Nur der Schlachtruf \u201eHya Berge romerijke, Hoch ruhmreiches Berg\u201c ersparte manchem das Schicksal, von den eigenen M\u00e4nnern erschlagen zu werden. Gerhard Overstolzen, ein Spross der angesehensten Patrizerfamilie K\u00f6lns, war von seinem Pferd abgestiegen, um die Truppen in voller R\u00fcstung zu Fu\u00df ins Feld zu f\u00fchren. Doch forderte die Junihitze ihr Opfer. Ohne in das Kampfgeschehen eingreifen zu k\u00f6nnen, brach der mutige Sohn der Stadt K\u00f6ln vor Ersch\u00f6pfung zusammen und erstickte in seinem Helm. Die w\u00fctende Attacke der Bauern und Milizen f\u00fchrte Westerburg die Aussichtslosigkeit seiner Lage vor Augen, sodass er Johann von Branbant die Kapitulation anbot. Die Eroberung des erzbisch\u00f6flichen Fahnenwagens durch die bergischen Bauern f\u00fchrte schlie\u00dflich zum v\u00f6lligen Zusammenbruch des kurk\u00f6lnischen Fl\u00fcgels. Auch Rainald von Geldern musste seine Niederlage hinnehmen und wurde schlie\u00dflich, beim Versuch unerkannt zu fliehen von Brabant gestellt und gefangen genommen. Nach einem erbitterten Zweikampf mit dem Probst des Aachener Marienstifts verlie\u00df Walram von Valkenberg als letzter Vasall des Erzbischofs das Schlachtfeld. Dank der Hilfe des Grafen Arnold von Loon, gelang ihm die Flucht. Als letzte schlug sich die verfeindete Limburger Ritterschaft, die offenbar ihren eigenen Konflikt austrug. Gegen 17:00 kamen alle Kampfhandlungen zum Erliegen. Diejenigen, die nicht erschlagen worden waren, wurden in Aussicht auf ein \u00fcppiges L\u00f6segeld gefangen genommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Staub legt sich<\/strong><\/p>\n<p>Da man bei den mittelalterlichen Reiterschlachten in der Regel darauf bedacht war den Feind zu schonen, um hernach L\u00f6segeld fordern zu k\u00f6nnen waren die Verluste auf beiden Seiten eher gering. Doch forderte die Brutalit\u00e4t, mit welcher die b\u00e4uerlichen Fu\u00dftruppen, die sich nicht besonders um ritterliche Ideale scherten, in das Kampfgeschehen eingriffen, einen f\u00fcrchterlichen Blutzoll. Die meisten Toten waren gr\u00e4sslich entstellt. Schlie\u00dflich f\u00fchrte die ausufernde Leichenfledderei dazu, dass die Opfer nicht einmal mehr anhand ihrer Wappenr\u00f6cke identifiziert werden konnten. Dieses Brutale Vorgehen der bergischen Bauern hatte wohl auch dazu gef\u00fchrt, dass viele der kurk\u00f6lnischen Panzerreiter sich eher in Gefangenschaft begaben, als sich mit Dreschflegel und Sense niederm\u00e4hen zu lassen. Insgesamt sollen in den Massengr\u00e4bern auf dem Schlachtfeld rund 600 Mann bestattet worden sein, die meisten davon K\u00e4mpfer der Miliz und der b\u00e4uerlichen Fu\u00dftruppen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die politischen Folgen<\/strong><\/p>\n<p>Siegfried von Westerburg wurde nach der Schlacht rund ein Jahr in Novum Catrum (Das heutige Schloss Burg) durch Adolf von Berg gefangen gesetzt. Legenden besagen, dass er dabei f\u00fcrchterlichen Dem\u00fctigungen ausgesetzt gewesen sein soll. So habe man ihn gezwungen, w\u00e4hrend seiner gesamten Gefangenschaft, seiner volle Panzermontur anzubehalten. So an die Kerkerwand gekettet, habe man ihm nur zu den Mahlzeiten, die H\u00e4nde befreit und ihm gestattet seinen Helm abzunehmen.<\/p>\n<p>Ein historisches Faktum ist jedoch, dass Westerburg erst nach einer L\u00f6segeldzahlung von 12.000 Mark und der Zubilligung eines S\u00fchnevertrags, der ihm unter anderem den Verzicht auf das Befestigungsrecht im Bergischen Land abverlangte, wieder die Freiheit erlangte. Auch hatte der Domprobst von K\u00f6ln Konrad von Berg, der Bruder Adolfs, die Regierungsgewalt des Erzstifts \u00fcbernommen. Dar\u00fcber hinaus erhielt Adolf von Berg sein M\u00fcnzrecht zur\u00fcck, das er 1279 an Westerburg hatte abtreten m\u00fcssen. Schlie\u00dflich wurde von der Mark in seinem Suprematsanspruch in seinem Gebiet mit der Befestigungshoheit best\u00e4tigt.<\/p>\n<p>Auch die bergischen Bauern sollten ihren Anteil an den neugeschaffenen Machtverh\u00e4ltnissen am Niederrhein bekommen. So verlieh Graf Adolf von Berg dem kleinen D\u00f6rfchen an der D\u00fcsselm\u00fcndung bereits am 14 August 1288 das Stadtrecht.<\/p>\n<p>Trotz aller Restaurationsversuche gelang es Westerburg bis zu seinem Tode im Jahre 1297 nicht, die alten Machverh\u00e4ltnisse wiederherzustellen. Der limburgische Erbfolgekrieg hatte mit der Schlacht von Worringen Fakten geschaffen, die f\u00fcr die politische Entwicklung der n\u00e4chsten Jahrhunderte noch ausschlaggebend sein sollten. So erhielt neben D\u00fcsseldorf im Jahre 1322 auch M\u00fchlheim die Stadtrechte verliehen. Beide St\u00e4dte entwickelten sich im Laufe der kommenden Jahrhunderte zu prosperierenden Wirtschaftszentren und traten in direkter Konkurrenz zu K\u00f6ln, was nicht immer Spannungsfrei verlief.<\/p>\n<p>Ein Eindruck mag hier der Chronist Johann von Brabants geben, Jan van Heelu, der mit seiner \u201eYeeste van den Slag van Woeronc\u201c, die wohl wichtigste Quelle dieses Ereignisses geliefert hat. So lesen wir in der Einf\u00fchrung:Die Schlacht von Worringen ist somit nicht zuletzt ein epochaler\u00a0 Wendepunkt. Mit der mit Erstarkung Regionaler M\u00e4chte zu Lasten der alten Potentaten werden zum ersten Mal auf deutschem Reichsgebiet auch Fragen nach kultureller und nationaler Zugeh\u00f6rigkeit gestellt. Ein Eindruck mag hier der Chronist Johann von Brabants geben, Jan van Heelu, der mit seiner \u201eYeeste van den Slag van Woeronc\u201c, die wohl wichtigste Quelle dieses Ereignisses geliefert hat. So lesen wir in der Einf\u00fchrung:<\/p>\n<p>Slag Van Woeringen \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Die Schlacht von Worringen.<br \/>\nEerste Boek\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 Erstes Buch.<\/p>\n<p>Vrouwe Margirete van Inghelant,\u00a0 \u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 Der Herrin Margarete von England<br \/>\nDie seker hevet van Brabant\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 die Herzog Jan von Brabants<br \/>\nTshertghen Jans sone Jan,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 Sohn Jan geheiratet hat,<br \/>\nWant sie dietsche tale niet en can \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 will ich ein Geschenk<br \/>\nDaer bi willic haer ene gichte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 in Form einer Erz\u00e4hlung in<br \/>\nSinden van, dietschen gedichte\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 deutscher Sprache machen,<br \/>\nDaer sie dietsch in leeren moghe;\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0 mit der sie diese Sprache lernen m\u00f6ge<br \/>\ndie sie nicht beherrscht;<\/p>\n<p>Van haren sweer, den hertoghe,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 die Geschichte handelt<br \/>\nvon ihrem Schwiegervater,<\/p>\n<p>Sindic haer daer bi beschreven;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0 dem Herzog, die ich hier beschrieben habe;<br \/>\nWant en mach niet scoenres geven\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 denn es kann nichts Sch\u00f6neres<br \/>\nVan ridderscape goote date\u00a0 \u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 \u00a0 als gro\u00dfe gute Taten &#8230;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schlacht von Worringen 1288 Der historische Rahmen Die Schlacht von Worringen stellt nicht nur das kriegerische Finale eines sechs Jahre schwelenden Konflikts zwischen Siegfried von Westerburg, dem Erzbischof von K\u00f6ln und Johann I von Brabant dar. 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